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Statement von Bundesgeschäftsführerin der Bundesvereinigung Lebenshilfe Frau Prof. Nicklas-Faust

zur Nachberichterstattung "Team Wallraff" RTL vom 28.08.2017

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

am gestrigen Montagabend lief in der RTL-Sendung „Team Wallraff“ ein Nachbericht zu der 75-minütigen Reportage vom 20. Februar, die damals Missstände in Einrichtungen der Lebenshilfe zeigte. In dem ca. fünfminütigen Nachbericht wurde kurz über die bisher erfolgten Maßnahmen bei der Lebenshilfe positiv informiert. Auf die umfassende Aufarbeitung vor Ort wurde nicht näher eingegangen. Teil des Nachberichts war hingegen ein Interview mit mir, in dem ich die unabhängige Beschwerdestelle ankündige. Geplant ist, dass die Beschwerdestelle Ende des Jahres ihre Arbeit aufnehmen wird. Sitz der Beschwerdestelle wird Hannover sein und dort werden Beschwerden aus dem ganzen Bundesgebiet entgegengenommen. Die Personen, die sich in Hannover melden, werden zuerst dort beraten. Falls notwendig, werden die Beschwerden anonymisiert an den zuständigen Lebenshilfe-Landesverband weitergeleitet. Zusammen mit der betroffenen Einrichtung wird der Fall dann aufgearbeitet. So sollen Probleme und Missstände so schnell wie möglich beseitigt werden. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Auch wenn die Berichterstattung durch das „Team Wallraff“ mit der gestrigen Sendung (vorerst) ein Ende gefunden hat, so geht unsere fortlaufende Arbeit der Qualitätssicherung weiter. Wir können es nicht oft genug sagen: Das, was wir am 20. Februar 2017 in der Sendung „Team Wallraff“ gesehen haben, wie Menschen mit Behinderung in unseren Einrichtungen unwürdig behandelt werden, all das widerspricht unseren Werten und unserem Engagement für Menschen mit Behinderung. Das ist nicht Lebenshilfe! Eine Sendung bei RTL darf und kann nicht der Grund sein, warum wir unsere Arbeit besser machen wollen und müssen. Die Lebenshilfe mit all ihren Einrichtungen und Diensten leistet gute Qualitätsarbeit. Wir wollen für Menschen mit Behinderung da sein – um die Qualität unserer Arbeit zu sichern, müssen wir aufmerksam und kritisch mit uns sein. Konkret wird im Moment ein Leitfaden zur Qualitätssicherung überarbeitet, den wir Ende des Jahres präsentieren werden.

Hier ein Link zur gestrigen Nachberichterstattung, den RTL online gestellt hat. Er enthält das gesamte Interview, das Günter Wallraff mit mir am 11. August in Berlin führte; mit allen Fragen, auch die unangenehmen zu den Lebenshilfen vor Ort sowie ein Ausschnitt aus der Sendung: http://www.rtl.de/cms/team-wallraff-deckte-missstaende-in-betreuungseinrichtungen-auf-so-reagiert-jetzt-der-bundesverband-lebenshilfe-4124630.html. In der am Montagabend auf RTL ausgestrahlten Version wurde nur ein kleiner Teil vom eigentlichen Interview gezeigt.

Vielen Dank für Ihr Engagement,
mit freundlichen Grüßen aus Berlin!


Ihre Jeanne Nicklas-Faust
Bundesgeschäftsführerin

Leipziger Platz 15
10117 Berlin

Raiffeisenstr. 18
35043 Marburg

Telefon: 0 64 21/4 91-0
Bundesvereinigung@Lebenshilfe.de

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Lebenshilfe Sachsen-Anhalt und AfD sind unvereinbar

Im Ergebnis der Klausurtagung des Landesvorstandes der Lebenshilfe Sachsen-Anhalt am 14. und 15. September 2017 in Seehausen erklärt die Vorsitzende Waltraud Wolff: Die Lebenshilfe setzt sich seit gut 60 Jahren für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft ein. Sie steht für Weltoffenheit und Toleranz und trägt mit ihrem Wirken zur Gestaltung einer inklusiven Gesellschaft bei. Diesen Grundsätzen stehen nicht allein die Äußerungen des Thüringer Fraktionsvorsitzenden der AfD Björn Höcke entgegen, in dem er das Holocaust-Mahnmal als „Denkmal der Schande“ bezeichnete und damit alle Opfer der NS-Verbrechen verunglimpfte. Die ablehnenden Positionen der AfD zur inklusiven Schule und weiterführend einer weltoffenen, toleranten und inklusiven Gesellschaft widersprechen erheblich den Grundsätzen unserer Arbeit. (vgl. u.a. „Die normal begabten Kinder profitieren auch nicht, denn die behinderten Kinder werden den Unterricht aufhalten und dafür sorgen, dass das Niveau sinkt.“ [Hans-Thomas Tillschneider (MdL); Landtagsprotokoll vom 29.09.2016 Seite 61-63]). Die Zielstellung der Lebenshilfe, eine Gesellschaft ohne Ausgrenzung zu erreichen, wird von der AfD als „ideologisch motiviertes Großexperiment“ und „ideologischer Irrweg“ bezeichnet. Menschen mit Behinderung sollen nach Auffassung dieser Partei, wieder an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Das zeugt von den menschenverachtenden Positionen der Partei. Damit wird die Arbeit, für die sich die Lebenshilfe seit fast 60 Jahren einsetzt, nicht nur in Frage gestellt, sondern abgelehnt. Diese Haltung ist unvereinbar mit den Zielen und den Werten der Lebenshilfe. Seehausen (Altmarkt), den 15.09.2017

 

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